Historie

Am 10. Mai 1952 wurde in Plauen eine Volksschule eröffnet. Sie war als Einrichtung der Abteilung Volksbildung der Friedensoberschule angeschlossen. Es wurden anfangs etwa 100 Kinder, vorrangig aus Arbeiter- und Bauernfamilien, mit dem Ziel unterrichtet, "die musikalisch begabte Jugend zu fördern und wertvolle Volksmusik zu verbreiten". Einen breiten Rahmen nahm der Unterricht in den Volksinstrumenten Akkordeon, Mandoline und Gitarre ein. Der instrumentale Unterricht fand in Gruppen statt, zusätzlich sangen alle Schüler im Chor und wurden in Musiklehre unterrichtet. Die gesamte Ausbildung war in der Regel auf drei Jahre beschränkt.

Unter der Leitung von Walter Bramser und Karl-Heinz Wiesent entwickelte sich die Schule, die ab 1953 wie alle Volksmusikschulen dem Ministerium für Kultur unterstellt war, zu einer selbständigen Einrichtung mit Außenstellen in Adorf, Bad Brambach, Oelsnitz und Reichenbach mit vorwiegend hauptamtlichen Lehrkräften.

Die Schülerzahl stieg in den nächsten Jahren auf 770 an, die von 20 hauptamtlichen Lehrkräften unterrichtet wurden. 1957 wurde Werner Reichel Direktor. Unter seiner Leitung entwickelte sich die Musikschule zum kulturellen Zentrum im Vogtland. In den 60er Jahren wandelte sich das Bild: Aus den "Volksmusikschulen" wurden "Musikschulen". Der Unterricht erfolgte auf der Grundlage von Lehrplänen. Um den Berufsnachwuchs zu fördern wurde die Ausbildung auf sämtlichen Orchesterinstrumenten nach und nach vorrangig.

1964 erfolgte der Umzug in das Gebäude Neundorfer Straße 8, in welcher heute noch die Vogtlandbibliothek Ihr Domizil hat.

Am 07. Oktober 1969 wurde der Schule der Name "Musikschule Clara Wieck" verliehen. Nach dem Ausscheiden von Werner Reichel übernahm 1971 Werner Krebs die Leitung.

Die DDR war in den 80er Jahren das orchesterreichste Land Europas, stellte aber demgegenüber die wenigsten Musikschulplätze zur Verfügung.

Um einerseits die Lücken für den Orchesternachwuchs zu schließen (viele Musikschüler bekamen nach Ihrer Ausbildung direkt eine Anstellung bei kleineren Stadt- oder Theaterorchestern) und um andererseits mehr Kindern und Jugendlichen eine musikalische Ausbildung anbieten zu können, wurden Musikunterrichtskabinette eingerichtet. Eine der ersten dieser Einrichtungen wurde in Plauen eröffnet. Das war der besondere Verdienst der Elternvertretung.

1985 begann das Plauener Musikunterrichtskabinett unter der Leitung von Frau Steffi Hammig mit ca. 250 Schülern seine Arbeit. Nach dem Tod von Werner Krebs wurde Edgar Gönner für die Zeit von 1985 bis 1987 amtierender Direktor. 1987 übernahm Friedrich Reichel die Leitung der Schule. Mit der Wende traten viele Veränderungen ein. Die zentral geleiteten Musikschulen kamen nun in die Verantwortung der Kommunen. Damit wurden viele Außenstellen selbständig. Lediglich die Stadt Oelsnitz betreibt ihre Musikschule zusammen mit der Plauener. 1990 schlossen sich Musikschule und Musikunterrichtskabinett zusammen. Am 31. Oktober 1992 konnte die nunmehr große Schule endlich ein eigenes Gebäude beziehen. In das ehemalige "Haus der Massenorganisation" zog das Vogtlandkonservatorium "Clara Wieck". Schnell konnte sich die Schülerzahl erhöhen. Besonders mit der elementaren Musikerziehung wurde das Angebot vergrößert. Für die große Schule war es ein Folgeschritt, daß sie seit 1996 als Eigenbetrieb der Stadt Plauen arbeitet und seit 01. Januar 2000 zum Kulturbetrieb der Stadt gehört. 2013 verabschiedete sich Friedrich Reichel in den Ruhestand und Jörg Leitz übernahm die Leitung des Vogtlandkonservatoriums.